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In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Zahnärzte beunruhigend stark gestiegen, da es von staatlicher Seite keine Niederlassungsbeschränkungen gibt. Dies hat dazu geführt, dass die Anzahl der benötigten niedergelassenen Zahnärzte, die von der WHO für Spanien mit einem Arzt pro 3 500 Einwohner angegeben wird, deutlich überschritten ist. Heute lässt sich ein Phänomen beobachten, das noch vor wenigen Jahren undenkbar war - Arbeitslosigkeit bei Zahnärzten in Spanien.
Da es keine Niederlassungskontrolle gibt, pro Jahr 1 200 neue Zahnärzte die medizinischen Fakultäten verlassen und die Anzahl der Praxisstilllegungen pro Jahr nur bei 300 liegt, ist in den kommenden Jahren davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschlimmern wird - schlechte Aussichten für Zahnärzte in Spanien.
Die zunehmende Anzahl niedergelassener Zahnärzte in einem System, das allein durch Angebot und Nachfrage reguliert wird, hat zu einem erheblichen Preisverfall geführt. Dies wirkt sich in einigen Fällen auch auf die Qualität der zahnmedizinischen Leistungen aus, auch wenn der Berufsstand insgesamt versucht, ein bestimmtes Qualitätsniveau aufrechtzuerhalten.
Traditionell praktizieren spanische Zahnärzte in Ein-Mann-Praxen. Dies trifft auch heute noch auf die Mehrheit zu. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation sind jedoch auch neue Formen der Berufsausübung zu beobachten, etwa die Bildung von Gemeinschaftspraxen in Form von so genannten Polikliniken. Hier teilen sich mehrere Ärzte die anfallenden Kosten.
Außerdem gibt es zunehmend Unternehmer, - in erster Linie Zahntechniker - die Zahnkliniken eröffnen und dort dann junge, gerade erst zugelassene Zahnärzte zu meist geringen Gehältern beschäftigen. Sie betreiben eine aggressive Kundenwerbungspolitik über Dumping-Preise oder lebenslange Garantien. Diese Entwicklung hat das Ansehen des Zahnarztes in der Öffentlichkeit in gewisser Weise in Misskredit gebracht. Zwei Modelle, die sich immer mehr durchsetzen, sind Privatversicherungen und Zahnkliniken auf Franchising-Basis. Beide Modelle sind eine Antwort auf den gestiegenen Bedarf nach zahnmedizinischer Versorgung. |